


Konstantin Zyagin
spielt:
Robert Schumann
und die Geister der Romantik
Thema mit Variationen in Es-Dur, WoO 24 “Geistervariationen”
Nachtstücke, op. 23:
- Mehr langsam, oft zurückhaltend
- Markiert und lebhaft
- Mit großer Lebhaftigkeit
- Ad libitum / Einfach
„Manfred“ – Dramatisches Gedicht mit Musik nach Lord Byron, op. 115
Konzertfassung für Klavier von Konstantin Zvyagin:
I. Ouvertüre
II. Geister
III. Zauberbild
IV. Geisterbannfluch
V. Intermezzo
VI. Alpenfee
VII. Ariman
VIII. Astarte
IX. Manfred
X. Klostergesang
Das Thema des Übernatürlichen, des Unheimlichen und Bedrohlichen, das den Menschen in Angst, Verzweiflung und Wahnsinn treibt, spielt in der romantischen Literatur eine zentrale Rolle. Kein anderer Komponist hat dieses Thema so tief in seiner Musik verankert wie Robert Schumann, dessen Werke oft von literarischen Bezügen durchdrungen sind. Seine empfindsame, psychisch fragile Persönlichkeit machte ihn besonders empfänglich für diese Welt zwischen Realität und Fantasie.
Zum Anfang des Abends richtet sich der Blick auf Schumanns eigene innere Zerrissenheit. In seinen letzten Jahren glaubte er, von Geistern umgeben zu sein – einige flüsterten ihm „wundervolle“, andere „grausame“ Musik zu. In der Nacht vom 17. auf den 18. Februar 1854 vernahm er Engelsstimmen, die ihm ein choralartiges Es-Dur-Thema offenbarten. Er notierte es sofort und entwickelte daraus seine letzten Variationen – die Geistervariationen.
Am 27. Februar, mitten in der Arbeit an diesem Werk, verließ Schumann sein Haus, nur halb bekleidet, und stürzte sich in den eisigen Rhein. Er wurde gerettet und zurückgebracht, vollendete die Geistervariationen noch am nächsten Tag – doch es sollte sein letztes Werk bleiben.
Wie in vielen seiner frühen Klavierwerke geht auch der Titel Nachtstücke auf literarische Vorbilder zurück, in diesem Fall auf E. T. A. Hoffmanns erzählerisches Werk – ohne jedoch direkt an dessen Inhalt anzuknüpfen. Dennoch ist die Musik tief mit der Vorstellung vom Tod verwoben. Schumann selbst notierte in seinem Tagebuch, er arbeite an einer „Leichenphantasie“. Ursprünglich plante er für die einzelnen Sätze des Werks programmatische Überschriften wie „Trauerzug“, „Kuriose Gesellschaft“, „Nächtliches Gelage“ und „Rundgesang mit Solostimmen“. Kurz nach der Komposition des ersten Satzes erreichte ihn die Nachricht vom Tod seines Bruders Eduard – ein Ereignis, das er als unheimliche Vorahnung empfand.
Im Mittelpunkt des Programms steht das dramatische Gedicht Manfred. Schon als junger Jurastudent in Leipzig las Schumann Byrons 1817 verfasstes Werk, das sich durch seine radikale Ablehnung gesellschaftlicher Konventionen auszeichnet. Byrons Helden – vielleicht eine Projektion des Dichters selbst – sind mutig, intelligent und leidenschaftlich, aber ebenso ruhelos, verletzlich und einsam. Ihnen bleibt wahres Glück stets versagt.
Manfred bietet eine ganz eigene Sicht auf das Übersinnliche: Der Titelheld fürchtet keine Geister, sondern ruft sie immer wieder herbei, um seine verlorene Astarte zu finden und Vergebung zu erbitten. Doch er ist verflucht – weder Schlaf noch Tod können ihn von seinen Qualen erlösen. Die einzige Möglichkeit, Ruhe zu finden, wäre es, sich dem Dämon Ariman zu unterwerfen – doch Manfred verweigert sich stolz und trotzig. Beeindruckt von seinem Mut und seiner übernatürlichen Kraft gewähren ihm die Geister schließlich eine letzte Begegnung mit Astarte, die ihm Erlösung bringt.
Die Musik zu Manfred bildet den Höhepunkt des Programms. Konstantin Zvyagin hat die schönsten musikalischen Momente des Werks in einer virtuosen Konzertfassung für Klavier neu arrangiert und verdichtet.

Konstantin Zvyagin wurde 1990 in der altrussischen Stadt Nowgorod geboren. Er graduierte an der Gnessins Musikakademie in Moskau als Student von Prof. Tatiana Zelikman. Anschließend absolvierte er das Masterstudium an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Prof. Nina Tichman. Seit Januar 2020 unterrichtet er an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt.
Als junger Pianist verfügt Konstantin Zvyagin bereits über beeindruckende Referenzen. Er ist Preisträger und Laureat russischer und internationaler Wettbewerbe wie z.B.: “Internationaler Klavierwettbewerb zum Lotar-Shevchenko Gedenken” in Yekaterinburg, Russland; "Euregio Piano Award" in Geilenkirchen, Deutschland; "19e Concours International de Piano d'Ile-de-France” in Maisons-Laffitte, Frankreich; "Crescendo International Music Competition" in New York, USA. Seine Begabung wurde mit mehreren Stipendien und Förderungen unterstützt, wie z. B. der Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung" und der „Richard-Wagner-Stipendienstiftung“.
Die rege Konzerttätigkeit als Pianist und Mitglied des Trios „SpiegelBild“ führte ihn zu zahlreichen Solo- und Kammermusikkonzerten in Island, Irland, Polen, Deutschland, den USA, Frankreich, Italien, Spanien, Israel und Russland. Jedes Jahr spielt er zahlreiche Solo-Konzerte deutschlandweit in der Reihe “Weltklassik am Klavier”. Konstantin Zvyagin nahm an verschiedenen wichtigen Festivals und Meisterkursen teil, wie dem "Tel-Hai International Piano Master Classes" in Israel; "Ruhr Klavierfestival" in Deutschland; "Second Italian Piano Festival and master-classes" in San Giovanni-Teatino, Italien sowie "Paderewsky Piano Academy" in Bydgoszcz, Polen. Als Solist trat er mit dem "Ural Philharmonischen Orchester", dem "Nowgorod Philharmonischen Kammerorchester" (Russland), dem "Torun Symphonischen Orchester" (Polen) sowie dem "Kammerorchester Röttgen” und dem “Collegium Musicum Bonn” (Deutschland) auf.
In den letzten fünf Jahren beschäftigte sich Konstantin Zvyagin besonders intensiv mit der Musik Richard Wagners. Aus dieser Arbeit entstand eine Suite in acht Bildern „Wagners Ring“ mit seinen Transkriptionen aus dem „Ring des Nibelungen“. Dafür wurde Konstantin Zvyagin im Sommer 2023 durch die „Richard-Wagner-Stipendienstiftung“ ausgezeichnet und für die musikalische Gestaltung der Ehrungsveranstaltung für langjährige Mitglieder der Bayreuther Festspiele in der Villa Wahnfried von der Jury der Richard-Wagner-Stipendienstiftung ausgewählt. Sein musikalisches Engagement wurde durch die Festspielleitung mit einer Urkunde besonders anerkannt. 2025 kehrte er sowohl für die Festspiel-Ehrung in der Villa Wahnfried als auch für das Stipendiatenkonzert der Stiftung im Europasaal in Bayreuth auf die Bühne zurück.
Die von ihm transkribierte Musik erschien im März 2024 beim Label “Spektral” auf CD unter dem Titel “Ein Weg durch Wagners Ring”. Parallel dazu veröffentlichte der “APOLLON Musikoffizin” Verlag in Bonn die Notenausgaben seiner Transkriptionen. Im Dezember 2024 folgte beim selben Label die Debüt-CD “Sceneries” seines Trios SpiegelBild.




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